Jochen Lempert widmet seine Fotografien der Natur- und Tierwelt. Er arbeitet hierbei mit der Kennerschaft eines ausgebildeten Biologen, dem Blick eines Fotografen und den Verfahren eines Wissenschaftlers.
Jochen Lempert, Vier Frösche, 2010 (Fotogramm), 2010Auf 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird Jochen Lempert im Museum Ludwig sein Werk der letzten 15 Jahre mit rund 60 Fotografien vorstellen. In seinen frühen Arbeiten versammelt er mehrere Motive assoziativ in Gruppen und regt so zum vergleichenden Sehen an. Er stellt formale Analogien her, wenn er z. B. einen Hund, der nach einem Ast schnappt und mit seinem Körper den gleichen Schwung bildet wie der Stiel eines Schneeglöckchens, nebeneinander stellt. Hier wird nicht naturwissenschaftlich korrekt klassifiziert, sondern das Sehen geschult. Jochen Lemperts Blick ist der eines Künstlers, auch wenn er mit dem Wissen und oft mit der Methode eines Biologen vorgeht. So wird eine Ausstellung von Jochen Lempert zur Entdeckungsreise.
In seiner frühesten Werkgruppe fotografiert Lempert in Naturkundemuseen den Riesenalk, einen Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorbenen, flugunfähigen schwarzen Seevogel, der einen markanten weißen Fleck am Auge trägt. Auf den ersten Blick überwiegt die Ähnlichkeit der aufgenommenen Tiere. Bei genauem Hinsehen fallen hingegen die Unterschiede auf, die die Vögel alle als Individuen erscheinen lassen. In seinen »Morphologischen Studien« wechseln scheinbar zufällig Fotografien von Menschen und Tieren. Es gibt Ähnlichkeiten in Form und Struktur zu entdecken, aber auch inhaltliche Bezüge.
Lemperts ungerahmte, handabgezogene Aufnahmen auf schwerem Barytpapier, das sich leicht an den Rändern aufwellt, korrelieren mit seinen materialen Experimenten wie Luminogrammen oder Fotogrammen. Er gießt beispielsweise Meeresleuchttierchen (Noctiluca scintillans) auf Fotopapier oder belichtet Reptilien und Insekten und stellt diese Unikate aus. Eine andere Serie zeigt Aufnahmen von Blässgänseschwärmen hoch oben im wolkenfreien Himmel. So ist auf den ersten Blick nur ein weißes Blatt mit winzigen Bewegungsspuren zu sehen. Hier wird der Unterschied zur Dokumentation eines Ornithologen ganz deutlich. Die Aufnahmen sind nicht nur Abdrücke der Wirklichkeit, sondern auch autonome Bilder in der Bildtradition der Moderne.
Lemperts neueste Fotoserie ist 2009 während seines Aufenthalts in der Villa Massimo in Rom entstanden. Sie zeigt den aktiven Vulkan Stromboli: Eine schwarze Wolke steigt auf und verfliegt langsam, bis der helle Horizont gegen den dunklen Vordergrund und den rauchgeschwärzten Himmel zu sehen ist – ein Motiv, das Anlass sein könnte mit Lemperts jüngstem Werk seine frühen Arbeiten neu zu entdecken. Es erscheint ein Künstlerbuch im Verlag der Buchhandlung Walther König. Kuratorin der Ausstellung ist Dr. Barbara Engelbach.
23.04.2010 bis 13.06.2010
(Quelle: PM des Museums Ludwig)
23. März 2010, ah
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