Musik und Theater im Wandel der Zeiten stehen vom 1. August bis 5. September im Zentrum des Dalheimer Sommers. Das renommierte Kulturfestival in dem ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift Dalheim steht in diesem Jahr unter dem Motto »Von Zeit zu Zeit« und umfasst 20 Veranstaltungen.
Trio Helmut Eisel & JEM (Foto: privat)
Eröffnet wird die Spielzeit mit der Premiere eines »barocken Musicals« auf der Grundlage der Komödie »Horribilicribrifax« von Andreas Gryphius. Im Rahmen der Konzerte baut das Festival seinen Schwerpunkt mit den Dalheimer Tagen Alter Musik weiter aus. Das Spektrum reicht von großen Chorkonzerten bis zu kammermusikalischen Darbietungen.
»Horribilicribrifax«: Schon der Titel der turbulenten Komödie aus der Feder des barocken Lyrikers und Dramatikers Andreas Gryphius zeugt von ihrer außergewöhnlichen Sprachfreudigkeit. »Diese Komödie ist eines der Glanzstücke des barocken Theaters«, sagte Festivalintendant und Regisseur Dr. Wolfgang Kühnhold bei der Vorstellung des aktuellen Festivalprogramms: »Sie ist komisch, bunt, lustig und sie geht zu Herzen.« Lange Zeit vergessen belebt der Dalheimer Sommer das Stück nun wieder und verwandelt es in ein Musical aus der »Zeit« des Barock für unsere »Zeit« rund um Liebe, Schicksal und Moral vor der Kulisse des Krieges. Stoff und Sprache des Originals bleiben, hinzu kommen eine eigens komponierte Musik des Tübinger Komponisten Henning Siedentopf und Gesang. Die Kostüme gestaltet Irina Sentjabowa. Ein 20-köpfiges Ensemble der Studiobühne der Universität Paderborn spielt und singt. Es wird unterstützt von einigen Berufsschauspielern und einer Gruppe von Tänzern. Die musikalische Ausführung liegt in den Händen der Pianisten Yoma Appenheimer und Norbert Soemer. Premiere ist am 1. August. Es folgen neun weitere Aufführungen.
Die zehn Konzerte des Dalheimer Sommers präsentieren Musik aus acht Jahrhunderten: von der Renaissance über das Barock bis in die Gegenwart. Der Schwerpunkt liegt wie in den vergangenen Jahren auf den Tagen Alter Musik. Zwei große Chorkonzerte (14.8.: Kettwiger Bach-Ensemble und 5.9.: ensemble officium) präsentieren Kompositionen aus der Renaissance und finden in der spätgotischen Klosterkirche einen authentischen Klangraum. »Mal fromm, mal weltlich überschwänglich stellt sich die Kunst des Barock dar«, erläuterte Kühnhold. Zwei Ensembles haben diese Gegensätze zum Schwerpunkt ihrer Programme gewählt: das Rheinische Bach-Collegium (15.8.) und das Ensemble Movimento (20.8.). Kühnhold: »Sie zeigen in der Zeit den Wechsel zwischen den verschiedenen Ebenen des Musikschaffens.« Das Konzert des Trios Helmut Eisel & JEM schlägt den Bogen bis in die Gegenwart und lässt unter dem Titel »Midnight dreamer« Mozart auf Klezmer-Musik treffen.
Alta Musica (Foto: privat)
Seit Bestehen des Dalheimer Sommers werden immer wieder neue Spielstätten auf dem Klostergelände erschlossen. Im Rahmen des zweiten Bauabschnitts entstand nun ein Raum in den ehemaligen klösterlichen Refektorien im Südflügel der Klosteranlage, den die Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur für Konzerte im kammermusikalischen Rahmen zur Verfügung stellt.
»Wir freuen uns, dass sich das Festival so gut entwickelt hat und inzwischen weit über die Region hinaus bekannt ist«, sagte der neue Vorsitzende und Gründungsmitglied des Vereins der Freunde des Klosters Dalheim Prof. Dr. Hans-Dieter Rinkens und bezeichnete es als Aushängeschild des Vereins. Insbesondere das Schauspiel, das jedes Jahr exklusiv für den Dalheimer Sommer inszeniert wird, sei ein Höhepunkt des Festivalsommers. Dabei zeigte sich Rinkens begeistert von der traditionellen Zusammenarbeit des Intendanten mit der Studiobühne der Universität Paderborn: »Neben den Berufsschauspielern wollen wir auch jungen Akteuren aus der Region eine Chance geben.« Diese Mischung habe sich beim Schauspiel ebenso bewährt wie im Rahmen der Konzertreihe, »die eine gelungene Mischung von erfahrenen Spitzenensembles und jungen aufstrebenden Formationen bietet«, versprach Rinkens. Bei den Sponsoren des Dalheimer Sommers bedankte sich Rinkens für ihren Einsatz und die Unterstützung des kulturellen Lebens in der Region: »Ohne ihr Engagement wäre ein Festival dieser Qualität und Größenordnung in Dalheim schier unmöglich.« Unterstützt werden die Festivalmacher um den Intendanten Dr. Wolfgang Kühnhold vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der Stadt Lichtenau, der Stiftung Kloster Dalheim, die das Landesmuseum trägt, und von Vertretern der regionalen Wirtschaft, darunter insbesondere von den Volksbanken im Kreis Paderborn.
Traditionsgemäß knüpft der Dalheimer Sommer mit seinem Motto an das Thema der aktuellen Sonderausstellung in der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur an. Das Haus des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) startet drei Jahre nach seiner feierlichen Einweihung in seine zweite Eröffnungssaison und befasst sich in einer Sonderausstellung vom 2. Juli bis 5. September mit seiner eigenen Geschichte. Unter dem Titel »Hereinspaziert! Making of Dalheim: Idee – Prozess – Ergebnis« zeigt das Museum zum einen seine neuen Museumsräume, die einmalig ohne museale Einbauten präsentiert werden. Eine Foto-Ausstellung dokumentiert zum anderen, wie aus dem ehemaligen Kloster Dalheim in den vergangenen Jahren ein Museum wurde, das trotz modernster Standards seine eigene Geschichte bewahrt. »Gemeinsam mit dem Dalheimer Sommer begeben wir uns an diesem besonderen Ort also auf eine Reise durch die Zeiten«, sagte Museumsleiter Dr. Martin Kroker: »Das Kloster Dalheim und seine Besucher haben eine ereignisreiche Saison vor sich.«
Vom 1. August bis 5. September 2010
Der Kartenvorverkauf für den Dalheimer Sommer ist seit dem 7. Juni gestart. Karten sind für 25,20 und 15 Euro (ermäßigt 22,17 und 12 Euro) erhältlich. Ausnahme: Abschlusskonzert (5.9.) für 30/25/20 Euro, ermäßigt 27/22/17 Euro. Kinder bis 12 Jahre zahlen den halben Preis bei allen Veranstaltungen und auf allen Plätzen. Karten, Info und Programmbestellung montags bis freitags, 10-18 Uhr unter Telefon (05292) 9319-224.
Weitere Informationen unter www.dalheimer-sommer.de
(Quelle: PM des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, LWL)
19. Juli 2010, ts
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