Überfälle und Einbrüche, Mord und Totschlag, Diebstähle und Betrügereien aller Art - in der Antike hatte das Verbrechen viele Gesichter. Vom 11. April bis 18. August 2013 zeichnet die Ausstellung im LVR-LandesMuseum Bonn das Bild einer Epoche voller krimineller Umtriebe.
Das römische Reich wird noch heute bewundert für die Effizienz seines Verwaltungsapparates und das hoch entwickelte römische Rechtswesen – aber wie konnte sich der normale Bewohner eigentlich schützen ? Das war und ist ein aktuelles und alltägliches Thema: Wie geht eine Gesellschaft und vor allem jeder einzelne mit den dunklen Seiten des menschlichen Zusammenlebens um, von kleinen Tricksereien bis hin zu Mord und Totschlag?
Die Ausstellung zeigt eine Vielfalt archäologischer Zeugnisse und antiker Textquellen zu Verbrechen, Strafverfolgung und Rechtsprechung im Römischen Reich. Sie führen auf die Fährte von kriminellen Machenschaften, die das Leben in Stadt und Land unsicher machten. Zu sehen sind Handschellen und Ketten, Belege für Mordopfer und Hingerichtete oder Papyri aus dem römischen Ägypten. Schlüssel, Fenstergitter und kunstvolle Darstellungen mythologischer Wächter zeugen vom Sicherheitsbedürfnis der Menschen. Die Ausstellungsstücke werden ergänzt durch großformatige Karikaturen und interaktive Stationen.
Die Menschen vor zweitausend Jahren mochten zwar dem mächtigsten Reich angehören, das die Alte Welt bis dahin gekannt hatte – wirklich sicher konnten sie sich kaum fühlen. Wie ging die Bevölkerung mit der allgegenwärtigen Bedrohung um? Eine Polizei im heutigen Sinne gab es nicht. Man tat daher gut daran, stets wachsam zu sein und sich selbst zu schützen. Mit Schlössern und Fenstergittern sicherte man sein Hab und Gut. Und wer es sich leisten konnte, hielt einen Wachhund und einen eigenen »Sicherheitsdienst«.
Besonders die Straßen waren ein gefährliches Pflaster. Wegelagerer und Banditen lauerten überall. »Erschlagen von Räubern« heißt es dann auf den Grabsteinen. Es gab auch Entführungen mit dem Ziel der Lösegelderpressung und Menschenhandel. Räuberbanden hatten regen Zulauf. Dabei waren die Banditen nicht wählerisch: Selbst auf Nahrungsmittel oder Werkzeuge hatte man es abgesehen. Räuber waren rechtlos und mussten damit rechnen, dass ihre Verfolger mit ihnen kurzen Prozess machten.
Aber auch der Wert eines Menschen in römischer Zeit wird deutlich: So galt die Vergewaltigung einer verheirateten Frau als Kapitalverbrechen und konnte mit dem Tod bestraft werden, bei einer Sklavin war es nur Sachbeschädigung.
Auch die alltägliche Kleinkriminalität trieb viele Blüten. Von Schmuck und Geld über Kleidung und Lebensmittel war nichts vor Langfingern sicher. Berüchtigt waren auch die Falschspieler: Mit Taschenspielertricks und gezinkten Würfeln erleichterten sie ihre Mitmenschen um deren Habseligkeiten. Doch waren sie nur kleine Fische, verglichen mit den Geldfälschern, die im großen Stil Wirtschaftskriminalität betrieben. Unzählige Funde von Falschmünzerförmchen verraten, wie weit ihr »Handwerk« verbreitet war. Für den römischen Staat war dieses Delikt besonders schwerwiegend und stand unter Todesstrafe.
Oft war es bittere Armut, die viele Menschen in die Kriminalität trieb. Doch auch Beamte, ranghohe Militärs und Senatoren konnten zu skrupellosen Tätern werden. Korruption gehörte zum politischen Tagesgeschäft.
Verlor ein Verbrecher das Katz-und-Maus-Spiel mit seinen Verfolgern und geriet in die Hände der Justiz, wurde oft kurzer Prozess mit ihm gemacht. Haftstrafen gab es nicht. Verurteilte Übeltäter erwartete eine Geldstrafe, Verbannung, Schinderei in den Bergwerken oder der Tod. Besonders grausam war das Zerfleischen durch wilde Tiere oder die Kreuzigung. Zur Abschreckung vollstreckte man Hinrichtungen gerne öffentlich in Amphitheatern.
Und wenn alles nichts half, konnte man Prozessgegner, Diebe, unliebsame Nebenbuhler oder sportliche Gegner mithilfe eines Fluchtäfelchens aus Blei dem Zorn der Götter ausliefern. »So wie ich diesem Hahn die Zunge lebend ausgerissen und sie angenagelt habe, so sollen die Zungen meiner Feinde gegen mich verstummen« hieß es dann etwa.
Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband. Er kostet im Museumsshop 19,90 Euro.
Ein Mitmachprogramm für Kinder, Schulen und Familien begleitet die Ausstellung.
Weitere Informationen finden auch auf www.landesmuseum-bonn.lvr.de
Die Ausstellung läuft vom 11. April bis 18. August 2013.
(Quelle: PM des LVR-LandesMuseum Bonn)
11. April 2013, ts
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